IKB Deutsche Industriebank AG
Die gegenwärtige Situation der IKB Deutsche Industriebank AG (IKB) zeigt, welche Risiken sich aus komplexen Finanzierungsstrukturen für die Realwirtschaft ergeben können. Die IKB galt für viele Anleger als eine grundsolide und ertragsstarke Bank. Die „Investitionen“ in komplexe und nicht hinreichend transparente Produkte haben jetzt zu schweren und nachhaltigen Vermögensverlusten geführt.
Einmal mehr zeigt sich aber auch hier, welche Auswirkungen die typischen Arbeitsweisen von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und Ratingagenturen haben können. In den letzten Jahren sahen sie ausweislich ihrer Testate und Einschätzungen keine Risiken. Daher überrascht es nicht, dass noch in der Presseerklärung der IKB vom 20. Juli 2007 die bestehenden Risiken ausgeklammert und ein operatives Ergebnis in der Höhe von € 280 Mio. in Aussicht gestellt werden konnte. Wenige Tage später, am 30. Juli 2007, mussten dann aber in einer Ad-hoc-Mitteilung erhebliche Risiken eingeräumt und die Ergebnisprognose widerrufen werden. Auch ließ sich die Behauptung in der Presseerklärung nicht länger aufrecht halten, den Schwerpunkt der Risiken bildeten Investments in Portfolien in Unternehmenskrediten.
Nachdem diese Risiken dann offenkundig waren, dauerte es viele Monate, bis die IKB bzw. ihre Wirtschaftsprüfer die eingetretenen Schäden konkretisieren konnten. Offenbar hat man es bis heute auch noch nicht für erforderlich gehalten, die Verträge einer umfassenden Wirksamkeitskontrolle zu unterziehen, mit denen diese intransparenten Risiken erworben wurden.
Die VzfK wird auch hier die weitere Entwicklung beobachten und dann prüfen, ob und wie Ersatzansprüche geltend gemacht werden können.
